Let’s talk eco… mit Anneli Anglas Rodriguez von ONNO BRUU (plus Verlosung)

ONNO BRUU ist der Online Shop von Anneli Anglas Rodriguez, bei dem Ihr plastikfreie Produkte für Alltag und Zuhause findet. Dafür setzt Anneli auf eine neue Generation von Biomaterialien und modernen Technologien. Außerdem experimentiert die studierte Produktdesignerin und Materialkuratorin regelmäßig an Innovationen in ihrem Studio und bietet Workshops zu nachhaltigen, futuristischen Materialien an. 

Im Interview mit Anneli erfahrt Ihr mehr über ihr junges Unternehmen, ihre Leidenschaft für innovative Materialien, was genau Milchplastik und ‚lebende Lampen‘ sind, wie die Zukunft der Plastikindustrie aussehen könnte und noch einiges mehr… 

Aber nicht nur das: ONNO BRUU hat noch zwei richtig tolle Highlights für Euch! Ihr könnt entweder eine wunderschöne vegane und waschbare Leder-Tasche oder ein 2er-Set mit plastikfreien und kompostierbaren Bienenwachstüchern gewinnen. Wie? Das erfahrt Ihr am Ende des Interviews.

„Our consumer voices and actions contain more power than you know.“

Anneli Anglas Rodriguez, Founder of ONNO BRUU

Interview mit Anneli Anglas Rodriguez von ONNO BRUU

Liebe Anneli, du bist Produktdesignerin und Gründerin vom plastikfreien Online Shop ONNO BRUU. Sind alle angebotenen Produkte im Shop von dir selbst entwickelt? 

A N N E L I     Ein Großteil der Produkte wurde von mir gestaltet und produziert. Darüber hinaus darf ich mich über Kooperationen mit großartigen Unternehmen freuen, die ihre nachhaltigen Produkte in meinem Shop führen. Die nachhaltige Community ist hier wichtig – und natürlich der Austausch.

Die auf ONNO BRUU angebotenen Produkte sind als biologisch abbaubar und kompostierbar gekennzeichnet. Bedeutet das, wir können Sie nach der Nutzung in der Bio-Tonne oder auf dem Kompost entsorgen? 

A N N E L I     Die Produkte sind in jedem Fall plastikfrei und vegan, entweder kompostierbar oder aus Bio-Kunststoff (nicht kompostierbar). Die Produkte aus Milchplastik zum Beispiel kann man separat im Biomüll entsorgen ebenso wie die Bienenwachstücher und die vegane Lederhandtasche (nur die goldene Folienlaminierung muss in den Restmüll). Die Verpackungen der angebotenen Produkte sind meistens biologisch, aus Metall oder Glas und können somit recycled werden. Die Produkte im Shop werden mit ihren Merkmalen bald durch Icons gekennzeichnet, die machen das Angebot dann noch übersichtlicher.

Was war für dich der Auslöser, mit plastikfreien und kompostierbaren Materialien zu arbeiten?

A N N E L I     Schon während des Studiums fand ich biologische Materialien spannend, ohne mich konkret darauf zu fokussieren. Mit der Zeit wurde das Thema immer aktueller und wichtiger Die entsprechenden nachhaltigen Produkte waren aber hinsichtlich des Designs noch recht altbacken. So entstand der Plan, nachhaltige Materialien in einem modernen Licht zu zeigen.

Welche Kriterien müssen Materialien für dich noch erfüllen, damit du mit ihnen arbeitest?

A N N E L I     Sie müssen aus einer natürlichen Quelle stammen und im besten Fall biologisch abbaubar sein, keine giftigen Stoffe enthalten und dürfen der Natur nicht schaden, wenn es sich zersetzt oder recycled wird.

Bist du an der Entwicklung der innovativen nachhaltigen Materialien beteiligt? Wenn nicht, woher beziehst du die Materialien für deine Produkte? Sind sie eventuell patentiert?

A N N E L I     Ich recherchiere viel und lese Bücher zum Thema. So findet man immer neue und alte (in Vergessenheit geratene) interessante biologische Materialien. Selbst entwickele ich nur in kleiner Skala. Ich experimentiere ich in meiner Werkstatt, mit Bio-Materialien wie dem Milchplastik. Aber das ist nicht auf eine industrielle Produktion ausgelegt, sondern geht eher in Richtung ‚handcrafted‘. Für Kooperationen mit Materialherstellern bin ich allerdings sehr offen.

Was meinst du, werden wir in 20 Jahren komplett plastikfrei leben? Welche Materialien werden sich in Zukunft durchsetzen?

A N N E L I     Angesichts der Tatsache, dass die Ölvorräte nur noch circa 30 Jahre bestehen sollen, wäre es natürlich eine schöne Sache, wenn kein neues petroleum-basiertes Plastik mehr hergestellt werden würde. Es wird uns aber immer umgeben und sei es in recycelter Form. Dazu muss man sagen, dass Plastik an sich kein schlechtes Material ist. Wie und für was wir es benutzen ist falsch. Das gilt wiederum für die meisten Materialien.

Hast du derzeit ein absolutes Lieblingsmaterial? 

A N N E L I     Ja, das Cellulose Leder, welches von Bakterien produziert wird. Dazu gibt‘s bald mehr in meinem Online-Shop und in meinen Workshops.

Eines der verwendeten Materialien ist Milchplastik. Kannst du uns vielleicht etwas mehr darüber erzählen? Welche besonderen Eigenschaften hat dieses Material und für welche Produkte eignet es sich?

A N N E L I     Milchplastik war nach dem Cellulose Plastik (bekannt als Cellophan) das zweite „Plastik“ der Menschheit. Es wurde bereits Ende des 19. Jahrhunderts entwickelt und für Knöpfe, Schmuck, oder Produktgehäuse, sowie Fliesen oder als Bodenbelag genutzt. Es ist vergleichbar mit Ton oder Stein. Damals wurde zur Festigung des Materials Formaldehyd benutzt. In meinen Workshops nutzen wir das nicht, weshalb es auch biologisch abbaubar bleibt.

Viele Menschen reduzieren aus Gründen des Tierwohls ihren Milchkonsum oder verzichten ganz auf tierische Produkte. Auf ein Material wie Milchplastik zu setzen, ist daher doch eher kontraproduktiv, oder? 

A N N E L I     Milch wird Plastik nicht ersetzen, dafür gibt es vielversprechendere pflanzliche Bio-Materialien. Für die Milch, die sonst bei der Produktion weggeworfen wird, ist Milchplastik daraus zu machen natürlich ein guter Recycling-Ansatz und lässt nochmal ein Licht auf eine andere Form von Plastik scheinen, die biologisch ist.

Unter den innovativen plastikfreien Materialien stellt ihr ‚Synthetic Biology Living Lamps‘ vor. Hier wird mithilfe von Gentechnik an Lebewesen Licht erzeugt. Hälst du das künstliche Eingreifen in die Natur für ethisch vertretbar, um damit Strom einzusparen? 

A N N E L I     Toll, dass du das anspricht, denn ‚Synthetic biology and design‘ war das Thema meiner Bachelor Arbeit. Diese Technologie wird auf jeden Fall in Zukunft Bestandteil unserer Leben werden, soviel ist klar. Ist sie ja jetzt schon, nur nicht so auffällig, da viele mit dem Begriff Genmanipulation etwas Negatives verbinden. Man sollte auch Respekt haben. Wie bei jeder neuen Technologie ist hier Aufklärung wichtig, um Angst zu nehmen, Wissen und Bewusstsein zu schaffen. Gerade der ethische Aspekt ist ein wichtiges und umfassendes Thema. Ich bin weder Pro noch Kontra, es kommt da immer auf den Bereich an, und was gemacht wird – gerade weil man die Auswirkungen schlecht abschätzen kann. Wenn man recherchiert, lernt man das Thema nochmal anders kennen. Und es ist definitiv interessant mit dem Thema gedanklich zu spielen und zu überlegen, wie die Zukunft damit aussehen kann. Es macht Spaß, ist wichtig und verrückt zugleich. In vielen Bereichen unseres Lebens wurde Biotechnologie bereits angewandt. Wusstest du zum Beispiel, dass man Tomaten damals nicht essen konnte, weil sie giftig waren? Man hat sie über Jahre so gezüchtet und manipuliert, dass sie essbar wurden. Biotechnologie in slow. Im Lampen Projekt ging es um DNA und das Programm „Crispr“, mit dem man DNA-Teile mit bekannten Funktionen so aneinanderbauen kann, dass sie – wie beim Computer Coding – Aktionen ausführen. Dies wird meistens in der Medizin angewandt. Wir haben beobachtet, ob Biotechnologie auch im Produktdesign möglich ist – mit dem Zieljahr 2084. Ich fasse es kurz und knackig zusammen. Stellt euch vor es ist 2084, Energie ist ein besonderes Gut. Atomkraft und Öl gibt es nicht mehr. Dafür aber mehr Menschen und wärmere Temperaturen. Pflanzen geben uns Sauerstoff und sind wichtiger denn je. Die Natur hat noch so einige andere Funktionen, die man sich zu nutzen machen könnte, ganz ohne damit Technik und Energie zu beanspruchen. Von der Natur lernen quasi. Wie zum Beispiel die Biolumineszenz: das Leuchten von Tieren (Quallen) und Pflanzen (Algen). Die DNA, die diese Biolumineszenz verursacht, kann herausgefiltert werden und als neue Funktion in eine andere DNA eingebunden werden. So werden natürliche Lampen hergestellt, ohne Strom zu brauchen. Diese leuchtenden Pflanzen gibt es übrigens schon, sie können auch gekauft werden. Das Projekt des Designers ist hier also gewesen, wie man so eine Technologie in den Alltag, die Wohnung, einbindet. Wie macht man die Handhabung und Nutzung verständlich. So entstanden die Lampenbehältnisse für die biolumineszenten Pflanzen.

Ich finde den sich selbst auflösenden Algenschwamm LIEV besonders spannend, den ihr auf der Website vorstellt. Dieser ist aber nicht im ONNO BRUU Online Shop verfügbar. Welchen Hintergrund hat das?

A N N E L I     Das war auch ein Konzept mit Bioplastik aus Stärke. Für eine Weiterführung zum Alltagsprodukt, zum Beispiel, damit er sich nicht zu schnell auflöst, bräuchte man einen Chemiker. Bei dem Projekt ging es um Plastik und dass Produkte, die nur über geringe Zeiträumen benutzt werden (wie der Spülschwamm), oft aus einem viel zu langlebigen Material hergestellt sind.

Gibt es Pläne, die Produktpalette auf ONNO BRUU weiter auszubauen? Auf welche Produkte können wir uns freuen?

A N N E L I     Ja, im Shop soll man im besten Fall für alle Bereiche des Lebens schöne nachhaltige Produkte bekommen. Der nächste Schritt sind Kosmetikprodukte, die immer noch meistens in Plastik verpackt sind. Hier dauert die Auswahl zwar etwas länger, macht aber sehr viel Spaß. 

Und noch eine letzte Frage, wofür steht der außergewöhnliche Name ‚ONNO BRUU‘? Hat er eine bestimmte Bedeutung?

A N N E L I     Ich habe während des Studiums und zu Beginn meiner Selbstständigkeit in einer NGO gearbeitet. Dort war ich im Spendenbereich tätig. Eines Tages lief mir dort der nordische Rufname Onno Bruu über den Weg. Mir gefiel die Schreibweise, die Optik und das Mysteriöse des Namens sehr gut. Der Name blieb mir lange im Gedächtnis – so fiel später das Los bei der Namensfindung auf ONNO BRUU.

Liebe Anneli, vielen Dank für die spannenden Einblicke und ich wünsche Dir weiterhin viel Erfolg. 

Anneli Anglas Rodriguez ist die Gründerin des plastikfreien Labels ONNO BRUU.
Anneli Anglas Rodriguez ist studierte Produktdesignerin und Materialkuratorin und gründete 2019 ihr Label ONNO BRUU. Damit hat sie ihr Hobby zum Beruf gemacht, denn sie sagt selbst über sich: „Ich bin ganz obsessed mit Materialien.“ Deshalb sucht sie auch immer nach neuen plastikfreien Alternativen oder DIY Möglichkeiten für verschiedene Alltagsbereiche. Less Waste ist ihr oberstes Motto – ohne sich selbst dabei unter Druck zu setzen. Es soll schließlich Spaß machen, nachhaltiger zu leben. Deshalb zeigt sie in ihren Videos auch, wie man das Thema leicht und flockig anfangen kann. Wie bei diesem DIY-Kissen aus Hanf-Fell auf Instagram.

Verlosung: So könnt Ihr gewinnen

Wenn Ihr die plastikfreien Produkte von ONNO BRUU auch so großartig findet, haben wir fantastische Neuigkeiten für Euch: Wir verlosen 1x eine wunderschöne vegane Leder-Tasche hier auf dem Blog und 1x 2er-Set plastikfreie, kompostierbare Bienenwachstücher auf Instagram!

Macht mit hier auf dem Blog

Ihr wollt unbedingt die vegane, waschbare Leder-Tasche haben? Dann macht zwischen Freitag, 31.07.2020, und Freitag, 14.08.2020 bis 23:59 Uhr, folgendes:

  1. Folgt meinem Blog (per Email, via WordPress oder via Bloglovin‘), falls Ihr das noch nicht tut.
  2. Kommentiert unter diesem Blogbeitrag: Welche plastikfreien Produkte nutzt Ihr bereits im Alltag?

Oder macht mit via Instagram

Ihr wollt lieber die kompostierbaren Bienenwachstücher haben? Dann macht zwischen Freitag, 31.07.2020, und Freitag, 14.08.2020 bis 23:59 Uhr, folgendes:

  1. Folgt den Instagram Kanälen von greenlooksgreat und ONNO BRUU.
  2. Kommentiert auf dem greenlooksgreat Instagram Kanal unter dem Beitrag zum ONNO BRUU Instagram Gewinnspiel: Was möchtet Ihr auf jeden Fall mit den Bienenwachstüchern verpacken?

Teilnahmebedingungen

Teilnehmen könnt ihr, wenn ihr mindestens 18 Jahre alt seid und euer Wohnsitz in Deutschland ist. Die Gewinner*innen werden im Anschluss an das Gewinnspiel bekanntgegeben und haben 7 Tage Zeit, sich bei mir zu melden. Falls sich die Gewinner in diesem Zeitraum nicht melden, werde ich erneut unter allen Teilnehmern auslosen.

Das Los entscheidet. Die beiden Gewinner*innen werden bis Montag, 17.08.2020, bekanntgegeben. Viel Glück!

Alles Liebe, Mary

Photo credit: ONNO BRUU

Mary

18 thoughts on “Let’s talk eco… mit Anneli Anglas Rodriguez von ONNO BRUU (plus Verlosung)

  1. Vielen Dank an alle für’s Mitmachen bei der Verlosung und natürlich an Anneli für die tollen Gewinne. Wir freuen uns sehr, dass Ihr schon so viele Alternativen zu Plastik in Euren Alltag integriert. Die vegane Ledertasche hat LENA gewonnen. Herzlichen Glückwunsch und viel Freude damit. Liebe Grüße, Mary

  2. Gemüsenetze nutze ich <3 wow was für ein toller Gewinn, da würde ich ja nur noch Freudensprünge machen ❤ ein traum ❤ der hammer #danke für das tolle #gewinnspiel ich drücke gaaaannz fest die Daumen! ❤ BLEIBT GESUND und haltet durch in dieser schweren und ungewissen Zeit <3 Liebste Grüße und einen schönen Freitag♥

  3. Super Idee!
    Ich versuche nach und nach immer mehr zu ersetzen. Festes Shampoo und Duschseife, Netze für Gemüse, Glasflaschen, Glas’tupper‘ und Strohhalme habe ich schon ;)..danke für die Innovation..

  4. Ich nutze festes Shampoo, Bienenwachstücher, Metalldosen- und Flaschen, Bambusrasierer und Bambuszahnbürste und habe immer einen Stoffbeutel dabei, so dass ich keine unnötigen Plastikbeutel kaufen/verwenden muss. 🌿

  5. Je länger ich drüber nachdenke, desto mehr kommt rum 😂 von gestern Shampoo und Conditioner zu festem Deo und Gesichtsserum usw… in der Küche gehäkelte Putzlappen, Holzspülbürsten und feste Seife…. also es tut sich was 😊 Nichts desto trotz finde ich das Konzept des Shops super und ein paar wirklich hübsche und nützliche Teilchen habe ich auch entdeckt

  6. Das sind ja wirklich ganz neue und innovative Einblicke hinsichtlich der Plastikalternativen. Wirklich spannend zu lesen und unfassbar wie kreativ man sein kann. Toll finde ich auch, dass Anneli die Produkte selbst entwickelt und das auf so unterschiedlichen Ebenen. Klasse!!!!

  7. Ein sehr interessantes Interview. Danke dafür.
    Ich nutze im Bad einen Rasierhobel, Seifen und festes Shampoo, bisweilen auch selbstgemachte Deocreme und Zahnputztabs. In der Küche stelle ich die Utensilien nach und nach um. Schneidebretter habe ich z.B. schon ausgetauscht. Irgendwann demnächst sind Durchschlag und Messbecher dran.

  8. Ich kaufe Glasflaschen statt Plastikflaschen, zum Einkaufen habe ich immer eine Stofftasche dabei, um keine neuen (Plastik-) Tüten kaufen zu müssen und ansonsten achte ich auch bei der Wahl von Lebensmitteln und Naturkosmetik auf plastikfreie Verpackungen. Ich versuche, langsame aber sicher, so viel wie möglich umzustellen. Und wenn es etwas gibt, dass nur in Plastikverpackung erhältlich ist, achte ich darauf, dass recyceltes Plastik verwendet wurde.

  9. Ich kaufe seit neuestem festes Shampoo und Conditioner. Daneben habe ich immer einen Jutebeutel dabei und achte bei Waschmitteln darauf,dass kein Mikroplastik enthalten ist😊

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