Unsere 6×6 Top Tipps zu nachhaltiger Mode

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Zugegeben, als wir vor ungefähr einem Jahr mit Öko Mode anfingen, war das für uns mit ziemlich viel Recherche verbunden: Was sind nachhaltige Materialien? Was bedeutet faire Produktion? Wofür stehen die verschiedenen Siegel? Welche Hersteller produzieren nachhaltig und fair? Gibt es Online Shops, die ein passendes Sortiment für unsere Ansprüche anbieten? Und wo gibt es weiterführende Informationen zu unseren Fragen rund um Eco Fashion?

Damit dir der Wechsel zu Öko Mode leichter fällt, teilen wir gern unsere persönlichen 6x Top Tipps zu nachhaltiger Mode: mit Zertifizierungen, Eco Fashion Labels, Online Shops, Filme und Dokumentationen, Bücher und weitere Info-Quellen.

1. Tipp: 6x Zertifizierungen

Der wohl schwierigste Teil für Öko Mode Neulinge ist, sich dem Siegel-Dschungel zu stellen und vertrauenswürdige Zertifizierungen zu erkennen. (Wem dieser Teil zu trocken ist, kann direkt zu unserem 2. Tipp mit 6x Eco Fashion Labels scrollen.)

Eins vorab: da die Produktion von Textilien sehr komplex ist, gibt es bisher noch keinen Standard, der soziale und ökologische Aspekte gleichermaßen anspruchsvoll und konsequent über alle Produktionsstufen abdeckt. Viele Eco Fashion Labels kombinieren deshalb mehrere der hier vorgestellten Standards.

  • bluesign®: Der strenge Standard bluesign® system reguliert vor allem die Verwendung von Chemikalien bei der Herstellung und Verarbeitung von Kunst- und Naturfasern. Trotz der derzeit umfassendsten Negativliste schädlicher und bedenklicher Stoffe, sah Greenpeace in 2016 teilweise Verbesserungsbedarf – denn einige schädliche und in Outdoor-Kleidung häufig zu findende Chemikalien (PFC) sind weiterhin erlaubt. Nach dem Standard zertifizierte Textilien tragen das bluesign® product Siegel.
  • FAIRTRADE Certified Cotton: Das Siegel steht dafür, dass Kleinbauern in Entwicklungsländern für den Anbau von Baumwolle einen fairen Mindestpreis und eine Fairtrade-Prämie erhalten. Der Einsatz von gentechnisch-verändertem Saatgut ist generell bei allen Fairtrade Certified Cotton Produkten verboten. Kontrolliert biologischer Anbau (kbA) wird gefördert, ist aber nicht verpflichtend vorgeschrieben.
  • Fair Wear Foundation: Ziel der FWF-Stifung ist es, die Arbeitsbedingungen bei Herstellern von Textilien weltweit zu verbessern und setzt damit derzeit den höchsten Standard. Geprüft werden dabei ganze Unternehmen (nicht nur einzelne Produkte) einschließlich Zulieferer, Untervertragsnehmer, Lizenznehmer und Unterlieferanten der Lizenznehmer.
  • Global Organic Textile Standard: Der weltweit führende GOTS Standard definiert Anforderungen für Naturfasern vom Anbau bis zum fertigen Produkt. Rohstoffe, Zwischenprodukte, fertige Textilprodukte sowie Zutaten und Accessoires müssen strenge Grenzwerte im Hinblick auf unerwünschte Rückstände einhalten. Gemäß der strengen Kriterien muss Kleidung zu 95% (Grad 1) bzw. zu 70% (Grad 2) bio-zertifizierte Naturfasern enthalten. Alle Verarbeiter und Hersteller müssen auch soziale Kriterien auf der Grundlage der Kernnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) erfüllen.
  • Global Recycled Standard: GRS ermöglicht es Unternehmen, den genauen Anteil an recyceltem Material in einer Ware zu erfassen und durch die Produktionskette weiter zu verfolgen. In Bezug auf Textilien darf das Siegel für Produkte verwendet werden, die zu einem Anteil von mindestens 20 Prozent aus recycelten Natur- oder Synthetikfasern bestehen. Zudem enthält der GRS Anforderungen zu den verwendeten Zusatzstoffen sowie Richtlinien zu Umweltmanagement und sozialer Verantwortung (gemäß ILO) im Unternehmen.
  • NATURTEXTIL IVN zertifiziert BEST: Das Qualitätszeichen kennzeichnet Kleidung, die nach den derzeit höchsten realisierbaren ökologischen Kriterien hergestellt wird. Es werden nur Naturfasern zertifiziert, die zu 100% aus kontrolliert biologischem Anbau stammen. Dabei wird die gesamte textile Produk­ti­ons­kette betrachtet. Die Sozialstandards für das Siegel orien­tieren sich an den Kernnormen der ILO. Der IVN vergibt auch das einzige Qualitätszeichen für Naturleder in Europa.

Immer mehr Menschen, die Wert auf ethisch korrekt hergestellte Mode legen, entscheiden sich für vegane Mode. Seit 2013 vergibt PETA mit dem PETA-approved VEGAN Logo eine Kennzeichnung (keine Zertifizierung) für vegane Textilien, Accessoires, Schuhe, Taschen und Schmuck. Vor Vergabe des PAV-Logos unterschreiben die Unternehmen eine Selbstverpflichtungserklärung und bestätigen, dass alle Produzenten und Zulieferer die Verwendung tierischer Inhaltsstoffe ausschließen können. Die Unternehmen verpflichten sich, die Einhaltung der Kriterien fortlaufend sicherzustellen. Kontrollen durch PETA können stichprobenartig erfolgen.

2. Tipp: 6x Eco Fashion Labels 

Glücklicherweise gibt es mittlerweile viele faire und nachhaltige Modeunternehmen, die in Bezug auf Design und Preis mit konventionellen Modeherstellern mehr als mithalten können. Für unsere Top 6 haben wir die Eco Fashion Labels ausgewählt, die Kleidung für Damen und Herren anbieten und in Deutschland ansässig sind. Alle hier gelisteten Fashion Labels haben hauptsächlich Basics und Streetwear sowie auch einige klassische Teile im Programm – mit Preisen zwischen 50 und 150 Euro für den Großteil ihrer Kollektionen.

3. Tipp: 6x Online Shops

Wer keinen Laden mit grüner Mode in der Nähe hat, kann bei diesen Online Shops für Öko Mode vorbei surfen. Sie haben eine sehr große Auswahl an verschiedenen Eco Fashion Labels, nicht nur aus Deutschland. Hier gibt’s Mode für Damen und Herren (und meist auch für Kinder), sowie ein kleineres Angebot an Accessoires, Schuhen und Taschen – alles nachhaltig und fair produziert. Außerdem sind diese Online Shops sehr ansprechend und nutzerfreundlich gestaltet.

  • Avocadostore (Online Markplatz, Retourenkosten abhängig vom Anbieter)
  • Glore (kostenfreie Retoure innerhalb Deutschlands)
  • Greenality (kostenfreie Retoure innerhalb Deutschlands)
  • Loveeco (kostenfreie Retoure innerhalb Deutschlands)
  • Mr & Mrs Green (kostenfreie Retoure innerhalb Deutschlands)
  • Studio Jux (Sitz in den Niederlanden: keine kostenfreie Retoure aus Deutschland)

4. Tipp: 6x Filme & Dokus

Die meisten Veränderungen fallen ja erst mal schwer. Wer jedoch einige dieser Filme und Dokus gesehen hat, wird die Art und Weise des eigenen Modekonsums sicher überdenken und etwas ändern wollen. Denn sie geben Einblick in die schnelllebige Modeindustrie und zeigen deren gefährliche Konsequenzen für uns Menschen und die Umwelt. Must See!

5. Tipp: 6x Bücher & E-Books

Für alle, die mehr über die Hintergründe und Auswirkungen der Fast Fashion Industrie, aber auch über innovative Alternativen und Anleitungen für den eigenen bewussteren Modekonsum erhalten wollen, empfehlen wir den hier genannten Lesestoff.

  • Eco Fashion: Top-Labels entdecken die Grüne Mode (2010 / 29,90 €)
  • Fair Fashion Guide (2017 / kostenloser E-Book Download)
  • Fashion Made Fair (2016 / 39.95 €)
  • The Sustainable Fashion Handbook (2013 / 42,50 €)
  • Todschick: Edle Labels, billige Mode – unmenschlich produziert (2014 / 12,99 €)
  • Wardrobe Revolution (2017 / kostenloser E-Book Download)

6. Tipp: 6x Info-Quellen

Und wer jetzt noch tiefer in das extrem spannende, aber auch komplexe Thema Eco Fashion einsteigen möchte, wird auf den untenstehenden Webseiten garantiert fündig. Hier gibt’s aktuelle Themen und Initiativen, Informationen zu Textil- und Sozialstandards (Siegel), Marken, Store Finder und vieles mehr…

Wir freuen uns auf euer Feedback, Tipps und Anregungen zu unserer Liste.

Alles Liebe, Mary & Rosi

 

Foto: Renata Z-P

Quellen: bluesign.com // fairtrade.net // fairwear.org // getchanged.net // global-standard.org // greenpeace.de // naturtextil.de // peta.de // siegelklarheit.de // textileexchange.org // utopia.de

 

 

 

Mary