Let’s talk eco… mit Rosa von WHOLE FOOD BOX

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Eine Box voll mit abwechslungsreichen, hochwertigen Lebensmitteln, die dazu gesund und komplett vegan sind – monatlich im Abo oder als einmalige Überraschung. Das ist die Idee hinter Whole Food Box. Die Gründer Rosa und Johann Koppelmann ernähren sich selbst seit fünf Jahren vegan und essen ausschließlich Bio-Produkte – und geben so mit jeder Box ihre Erfahrung und Begeisterung für vollwertiges Essen weiter.

Im Interview  erzählt Rosa, wie sich ihr junges Start-Up entwickelt hat, welche Whole Food Box sich am besten für Einsteiger eignet, worauf sie bei der Auswahl  der Produkte achten und wie sie selbst mit Lust auf Süßes umgehen.

Liebe Rosa, mittlerweile gibt es viele Anbieter von Abo-Boxen am Markt. Ihr versendet Eure Whole Food Boxen seit 2016. Warum seid Ihr in diesen Markt eingestiegen und wen möchtet Ihr mit Euren Boxen ansprechen?

R O S A   Zwei Gründe haben uns damals, 2016, dazu bewegt, die Whole Food Box zu gründen: Zum einen habe ich, als Ernährungsberaterin nach einer Möglichkeit gesucht, eine vollwertige, pflanzliche Ernährung mit mehr Fun-Faktor zu verbinden. Da kam ich auf die Idee, das mit einer Abo-Box zu machen und somit jeden Monat neue Inspiration und Motivation ins Haus unserer Kunden zu bringen. Gleichzeitig war ich Kundin einer anderen Box und war immer wieder unzufrieden mit den Produkten, die viel Zucker, Fett oder sogar Alkohol enthielten. Da war ich auch selbst als Konsumentin auf der Suche nach einer Alternative – und die gab es nicht! Also haben wir Hals über Kopf aus unserer Elternzeit heraus gegründet!

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Photo credit: Julia Thiele

Wie stark seid Ihr seit 2016 gewachsen und könnt Ihr daraus vielleicht einen Trend zu gesunder, veganer Ernährung ableiten?

R O S A   Auch 2016 war die Nachfrage schon sehr groß und der Bedarf war definitiv da! Nicht nur Veganer fanden und finden unser Angebot interessant, sondern auch all die, die weniger raffinierten Zucker essen möchten, weniger Fett, weniger Weißmehl oder einfach mal Neues probieren möchten und den eigenen Lebensmittelhorizont erweitern möchten. Gewachsen sind wir daher, meiner Meinung nach, eher mit unseren Investitionen: Die waren zu Beginn sehr gering und konnten erst mit der Zeit langsam größer werden. Auf jeden Fall können wir aber sagen, dass der Trend keinesfalls abnimmt!

Ihr habt verschiedene Boxen im Programm. Welche Box empfiehlst Du Menschen, die sich erstmalig an vollwertige und vegane Ernährung herantasten möchten?

R O S A   Je nachdem, wie der eigene Alltag gestaltet ist, empfehle ich unsere Frühstücks-Box und/oder unsere Snack-Box. Mit der Frühstücks-Box kann man einfach mit einer Mahlzeit, dem Frühstück, anfangen und wenn das jeden Tag vollwertig ist, dann hat man schon 1/3 gewonnen! Die Snack-Box ist ideal für alle, die oft am Nachmittag am Automaten im Büro stehen und sich einen Riegel ziehen – da kann man stattdessen in die Box greifen und einen garantiert vollwertigen Snack genießen. Wenn man experimentierfreudig ist und auch gerne kocht, dann ist natürlich unsere Abo-Box die beste Wahl, denn hier gibt es jeden Monat eine neue Portion Inspiration und Motivation!

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Photo credit: Julia Thiele

Was ist für Euch bei der Auswahl Eurer Lieferanten besonders wichtig? Stoßt Ihr dabei vielleicht auch an Grenzen?

R O S A  Uns ist vor allem wichtig, dass die Produkte in unserer Box aus Bio-Landwirtschaft kommen, denn wir möchten nicht mit verantwortlich sein, für die Zerstörung unserer Böden durch Pestizide, Insektizide und mehr. Außerdem sind uns „cleane“ Inhaltsstoffe wichtig – Aromastoffe, massenhaft Fett und Öl oder Zusatzstoffe kommen bei uns nicht in die Box. Hier stoßen wir tatsächlich oft an  Grenzen. Von den Anfragen, die wir bekommen, muss ich ca. 1/3 absagen.

Ihr habt Euer Unternehmen vor zwei Jahren in Leipzig gegründet. Was waren für Euch wichtige Meilensteine, welche Unterstützung hattet Ihr dabei und würdet Ihr es wieder tun?

R O S A   Wir sind ziemlich blind in das ganze Projekt gestartet und hatten eigentlich keine Ahnung, was wir da genau tun. Nach sechs Monaten am Markt wurde uns ein Stipendium vom Social Impact Lab Leipzig angeboten, dass wir dankend angenommen haben! Im Social Impact Lab haben wir uns dann erstmals ein Netzwerk von Experten geknüpft und z.B. auch unsere jetzigen Büro- und Lager-Partner kennengelernt. Wir sind in den letzten zwei Jahren zwei Mal auf ein neues Shop-System umgezogen und beide Umzüge waren wichtige Meilensteine. Dann sind war nach 1 ½ Jahren Chaos in der eigenen Wohnung endlich in ein großes Lager in der alten Pianofabrik in Leutzsch umgezogen, was ebenfalls ein wichtiger Schritt war. Die DHL in Leipzig kannte uns da schon gut: Wir waren Stadtgespräch, weil wir die Verrückten waren, die ein Mal im Monat Hunderte Boxen aus dem dritten Stock runtertrugen, wenn die DHL zur Abholung kam. Das ist jetzt mittlerweile alles sehr viel komfortabler! Ob wir es wieder tun würden? Sofort!

Welche Pläne habt Ihr für Whole Food Box in 2019 und die nächsten Jahre?

R O S A   2019 möchten wir unser Team erweitern und jemanden fest mit in die Geschäftsführung aufnehmen. Das ist ein großer, aber auch wichtiger Schritt, da wir zum ersten Mal wirklich Verantwortung abgeben werden. Für uns wird das aber neue Freiheit für andere Projekte und unsere Familie bedeuten. Zur Zeit steht auch die Überlegung im Raum, das Packen der Boxen an die örtliche Lebenshilfe-Werkstatt abzugeben. Ob das organisatorisch allerdings umsetzbar ist, wissen wir noch nicht, denn oft kommt die Ware auf die letzte Minute und dann muss sehr schnell, sehr viel gepackt werden.

Zum Schluss Hand auf’s Herz: Wie oft kommt es vor, dass Ihr keine Lust auf vollwertige, vegane Ernährung habt und wie geht Ihr dann damit um?

R O S A  Diese Frage hören wir oft und müssen leider sagen: Eigentlich nie! Also auf etwas, was nicht vegan ist, sowieso nicht. Tiere zu essen finden wir einfach sehr, sehr befremdlich und da ich selbst Mutter bin, finde ich es furchtbar mir vorzustellen, wie Mutter-Kuh und Kalb getrennt werden, damit jemand anders die Muttermilch trinken kann, während das Kalb mit Flaschennahrung ernährt wird. Da kommt wirklich nie Lust auf irgendwas vom Tier. Selten essen wir mal eine Schokolade mit Roh-Rohrzucker und manchmal gibt es veganen Döner (also Weißmehl), aber viel mehr kann ich da leider nicht anbieten, haha.

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Rosa und Johann Koppelmann
Die beiden Gründer von Whole Food Box sind auch privat ein super Team. Das Ehepaar lebt mit seiner kleinen Tochter in Leipzig und liebt nachhaltigen Lifestyle: Dazu gehört wenig und bewusst zu konsumieren (von fairen und nachhaltigen Unternehmen), wenig Müll zu produzieren, und alle Wege mit dem Rad oder öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren. Wenn mal Zeit für Hobbys bleibt, bloggt Rosa auf consciouslifestyleofmine.com, kocht oder liest, während Johann gärtnert oder handwerkert. Außerdem genießen die Drei gern beim Wandern zusammen die Natur.

 

Mary